Weinjahrgang 2017: Kleine Mengenernte, gute bis sehr gute Qualität

So früh wie in diesem Jahr fand wohl noch keine Weinernte statt, jedenfalls kann sich kein Winzer an einen derart frühen Erntebeginn erinnern und auch die Statistik nennt kein früheres Datum. Bei der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg begann die diesjährige Traubenernte mit dem Einbringen früh reifender Rebsorten bereits am 07. September. Dieser frühe Lesebeginn war auch notwendig geworden, weil die Trauben der frühen Rebsorten zu faulen begannen. Trotz des frühen Erntebeginns zeigten die eingebrachten Trauben bereits ein erstaunlich gutes Mostgewicht (natürlicher Fruchtzuckergehalt). Gleichzeitig wurde aber festgestellt, dass die Trauben noch ziemlich markig waren (schlechtere Saftausbeute) und die Trauben noch nicht die erwünschten Inhaltsstoffe (Aromen, Extraktstoffe) aufwiesen, die einen guten Wein ausmachen. Also wurde die Ernte noch einmal unterbrochen, um den Trauben noch einige Tage bzw. Wochen zur Reife zu lassen.

Das Warten hat sich gelohnt, die später eingebrachten Trauben brachten nicht nur ein noch höheres Mostgewicht, auch die innere Reife stimmte, das bedeutet, die Trauben zeigen deutlich mehr sortentypische Aromen und sie zeichnen sich durch höhere Extraktwerte aus. Auch auf die Säure bezogen zeigte sich ein positives Bild. Während sich bei noch nicht ganz reifen Trauben meist ein höherer Apfelsäureanteil zeigt (eine harte, besonders sauer und unreif schmeckende Säure) nimmt bei zunehmender Reife der Anteil der milderen, angenehmen Weinsäure zu, so auch in diesem Jahr. Die 2017er Moste bzw. Jungweine zeigen einen hohen Anteil an der reifen Weinsäure, die den Weinen mehr Schliff und eine angenehm runde Note verleiht.
Nach den frühen und mittelfrühen Sorten wurden die spät reifenden Sorten wie weiße Burgundersorten und vor allem Riesig eingebracht. Gerade die verschiedenen Rieslingpartien zeichnen sich durch feine Sortenaromen und dichte Extraktwerte aus, Inhaltsstoffe, die gute bis sehr gute Weine erwarten lassen. Unter den geernteten Partien dieses Jahres finden wir so manche feinnervigen Kabinettweine und hochwertigen Spätlesen.
Leider bleibt für die Winzer ein Wermutstropfen, wieder einmal liegt das Mengenergebnis deutlich unter dem eines Normaljahres. Die starken Frühjahrsfröste im April und ein bis zwei Hagelschläge haben in einzelnen Lagen zu erheblichen Schäden geführt, das Mengenergebnis ist entsprechend ernüchternd.

Die Ernte endete bei der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg bereits um den 11. Oktober, zu einem Zeitpunkt, an dem in Normaljahren häufig erst die Lese beginnt.

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