Teilweise verheerende Frostschäden in den Weinbergen

Lag der Rebaustrieb in früheren Jahren meist erst Anfang- oder Mitte Mai, so zeigt sich heute bereits Mitte bis Ende April das zarte Rebengrün – der Klimawandel wird hier mehr als deutlich. In den meisten Jahren erleben wir heute das Erwachen der Natur gut zwei bis drei Wochen früher als damals. In diesem Jahr – einem Jahr mit einem besonders warmen Monat März - zeigten die Reben bereits im Monat April das erste zarte Grün. Waren es vor Jahrzenten noch die Eisheiligen, die immer wieder Frostschäften an Reben und Obstbäumen Mitte Mai brachten, so wirkten sich in diesem Jahr um Mitte April ein Kälteeinbruch mit teilweise Minustemperaturen von - 5 ° bis - 7° Celsius in verschiedenen Weinlagen verheerend für die gerade ausgetriebenen Reben oder in voller Blüte stehenden Obstbäume aus. Anders als in sonstigen Jahren, wo Frostschäden überwiegend in tiefer gelegenen Teilen der Weinbergslagen und in Mulden auftreten, zeigten sich in diesem Jahr Frostschäden teilweise flächendeckend. Auch Versuche, durch Hubschrauber zu einer Luftverwirbelung beizutragen oder das Aufstellen von Spezialkerzen, ebenfalls um die am Boden liegende Kaltluft zu verwirbeln und mit wärmeren Luftschichten zu vermischen, brachten nicht den erhofften Erfolg. In diesem Jahr sind gerade wieder an der Nahe teilweise erhebliche Frostschäden zu verzeichnen. In den Weinlagen von Meddersheim werden die Schäden auf 20 bis 80 Prozent geschätzt, in den Nachbargemeinden sieht es nicht viel besser aus. Zwar hoffen die Winzer darauf, dass in einigen Tagen, wenn wieder wärmere Temperaturen vorherrschen, die so genannten Nebenaugen austreiben, aber dieser Zweitaustrieb zeigt erfahrungsgemäß wesentlich weniger Fruchtansätze als die zuerst ausgetriebenen Rebtriebe. Wenn auch im Moment das völlige Ausmaß der Frostschäden noch nicht bekannt ist, lässt sich leider mit Sicherheit sagen, dass die Weinernte 2017 von der Menge her deutlich niedriger als in Normaljahren ausfallen wird.

Tags: Frost
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